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in Korea essen sie Hunde

Gestern hat für mich der „inhaltliche“ Unterricht angefangen, also normaler Unterricht ohne Vorstellung und Kennenlernen usw. Mit den Anfängern habe ich über Essen und Trinken gesprochen, das war ganz witzig; den Fortgeschrittenen habe ich erklärt, wie man eine Inhaltsangabe schreibt (das müssen die für ihre Prüfung im Juni können). In der nächsten Woche erwarten mich 50 Übungsaufsätze, die alle korrigiert werden wollen…

Nach dem Unterricht war ich noch in einem koreanischen Restaurant hier auf dem Campus essen. Und siehe da: Auf der Speisekarte stehen mehrere Gerichte mit Hund! (nein, wir haben was anderes bestellt 😉 )Ich muss unserem weisen Lehrer Herrn Chen also Recht geben: Ich habe in China Hundefleisch nur in koreanischen Restaurants gesehen.

Heute war strahlend blauer Himmel und Sonnenschein, ein wunderschöner Tag für einen Ausflug in den Kaiserpalast. Es ist schon immer wieder ein erhabenes Gefühl, durch diese unglaublich riesige Anlange zu laufen und von einem Meer aus Marmor und goldenen Dächern umgeben zu sein. Auf dem Weg zur U-Bahn waren in einem winzigen Park ein paar Männer, die der sehr vergänglichen Kunst der Wasserkalligrafie nachgegangen sind: Mit Pinseln aus Schwämmen haben sie mit Wasser auf den trockenen Boden geschrieben.

Vorhin hatte ich die tolle Idee, doch die neue Waschmaschine auszuprobieren… fataler Fehler. Sie hat gerade zum dritten Mal das Waschprogramm durchlaufen und weigert sich vehement, die Wäsche zu spülen, das Wasser abzupumpen und zu schleudern. Die Fuwus wissen auch nicht weiter. Oh Mann.

Leben im Wohnheim

Da ich in Deutschland (abgesehen von Besuchen) Studentenwohnheime nicht kenne, ist es sehr interessant für mich, jetzt selbst in einem zu wohnen. Wie ich schon erwähnt habe, ist das Zimmer hier sehr großzügig, die Küche z.B. ist größer als meine in München und auch das Bad ist ziemlich groß. Ich habe allerdings auch die höchste Kategorie bekommen (B-Trakt), in A und C sind die Zimmer immer für zwei Studenten und haben keine eigene Küche und auch kein eigenes Bad. Dafür gibt es überall Waschräume und Gemeinschaftsküchen. In den Küchen stehen große Wassercontainer mit kochendem Wasser, wo sich jeder immer etwas abzapfen kann. Das Leitungswasser ist hier ja nach wie vor nicht einfach so genießbar. Für mich bedeutet das, dass ich mehrmals täglich mit einer Thermoskanne zum Wasserholen gehe. Von meinem Zimmer zur Gemeinschaftsküche muss ich durch das gesamte Stockwerk laufen, die Gemeinschaftsküche ist am anderen Ende. Auf diese Art sehe ich immer, was so los ist auf den anderen Gängen: Normalerweise steht vor fast jeder Tür ein Wäscheständer und ein Schuhregal und die Türen selbst sind von außen oft beklebt und dekoriert, sodass man sehen kann, wo die Leute herkommen und manchmal auch wie sie heißen oder was für Musik sie hören. À propos Musik: abends dröhnt aus vielen Zimmern echt laute Musik, teilweise bis richtig in die Nacht hinein, sodass es mir zweimal schon schwer fiel, zu etwas Schlaf zu kommen. Interessanterweise steigen diese Partys bis jetzt unter der Woche; jetzt am Wochenende war Totenstille. Es ist sehr hellhörig hier, das merkt man vor allem am Fernseher, der bei mir genauso laut ist wie bei den Leuten, die ihn eingeschaltet haben. Nach meinen Beobachtungen kommen die meisten der ausländischen Studenten aus Asien und Afrika, Europäer und Amerikaner sind seltener.

Gestern und vorgestern war hier bei mir Rummel wegen der Waschmaschine. Sie hat nach dem Waschgang das Wasser erst auf den Badezimmerfußboden und dann gar nicht mehr abgepumpt. Mehrere der Wohnheimangestellten kamen rein, keiner wusste, wie das Ding funktioniert und schließlich war man sich einig, dass es kaputt ist. Am Abend habe ich dann eine nagelneue Waschmaschine bekommen! Mal gucken, ob die läuft, getestet habe ich sie noch nicht 😉