Archiv der Kategorie: Südchina 2013

Videos online

Gut durchgeschüttelt aber wohlbehalten sind wir zurückgekommen – in das Land von Käse, Schwarzbrot und Schokolade, Google, Facebook und Twitter, kalten Temperaturen, schlechtlaunigen Busfahrern und menschenleeren Straßen.
Die heimischen 100 Mbit/s haben es ermöglicht, nun auch ein paar Videos aus Guangzhou hochzuladen.
Da wäre zunächst der Glöckner von Nansha zu nennen, der für 2¥ die Palastglocke zum klingen bzw. dröhnen gebracht hat. Außerdem könnt ihr sehen, wie in einem Brunnen in der Einkaufsstraße Shangxiajiulu die Goldfische gefüttert werden. Und nein, das ist nicht die Trinkflasche des Jungen, sondern eine mit Fischfutter gefüllte Babyflasche, die man kaufen konnte. Ansonsten gibt es noch 4 mehr oder weniger absurde Impressionen aus dem Yuexiu Park. Viel Spaß!

Land unter

Wieder zurück am Flughafen Hongkong. Hier regnet es seit 2 Stunden in Strömen; man kann sich vorstellen, wie es hier während der Regenzeit, die nun beginnt, ist. Wir haben einen früheren Flug nach Peking bekommen, aber der hat nun auch schon Verspätung wegen des Wetters. Macht nichts – das Flughafen-Wifi ist ganz großartig schnell.
Nach einer langen Reise ist das Heimkommen natürlich auch immer was feines – in diesem Sinne: bis bald!

Baibai, Hongkong!

Posted from Chek Lap Kok Airport, New Territories, Hong Kong.

Bei der Meeresgöttin und den Chens

Eine ordentliche Ladung neuer Fotos ist online! Kaum hatte ich mich beschwert, hat das Internet gleich einen Zahn zugelegt.

Gestern haben wir eine kleine Odyssee auf uns genommen und sind nach Nansha gefahren, um den Tianhou-Palast zu besuchen. Das hat sich wirklich gelohnt, der ist ein echtes Highlight hier in Guangzhou. Er liegt direkt an der Mündung des Perlflusses am Berg und ist richtig schön – schaut euch die Bilder an.

Heute haben wir einen langen und ebenfalls sehr feinen Tag in der Stadt verbracht. Als erstes haben wir die Chen Clan Academy besucht, die mit ihren aufwändig verzierten Dächern etwas ganz besonderes ist. Sowas habe ich noch nie gesehen. leider sind die Dächer so weit oben (und meine Brille langsam nicht mehr stark genug), sodass ich längst nicht alle der tollen, bunten Details sehen konnte, aber immerhin konnte ich teetrinkende Leute und verschiedene Tiere erkennen. wirklich ganz wunderbar. Anschließend waren wir im Mausoleum des Nanyue Königs, eines der größten Han-Gräber, die gefunden wurden. Das war auch interessant – man hat z.B. das Totengewand des Königs sehen können, das komplett aus Jadeplättchen und Seidenfäden besteht. Die alten Chinesen glaubten ja, dass die Jade die toten Körper konservieren kann (man braucht einen intakten Körper, um in den Himmel zu kommen, bzw. unsterblich zu werden) – leider hat das nicht so gut funktioniert, denn vom guten König ist so gut wie nichts übrig geblieben, obwohl er mit wirklich sehr viel Jade beerdigt wurde. Aber das weiß er ja nicht.

Am Abend waren wir noch in einer großartigen Einkaufsgegend voller Lärm, Leute und Leben. Hier hat Muki auch folgende Bekanntschaft gemacht:

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 Kleiner Nachtrag und Exkurs: Falls euch die Durian oder Stinkfrucht was sagt – dieses höllische Gewächs wird momentan an jeder Ecke angeboten und erfüllt die Luft mit seinem gräßlichen Gestank. Wir haben gestern etwas dazu recherchiert und herausgefunden, dass vor allem in Singapur und Thailand sehr gerne und viel davon gegessen wird und es daher auch in den U-Bahnen und Hotels Durianverbote gibt, um die Mitmenschen zu schonen. Wer sich an das Durianverbot im Hotel nicht hält, muss das Zimmer noch eine Woche länger bezahlen als gebucht wurde! Angeblich soll diese fiese Frucht nach Walnuss und Vanille mit zwiebeligem Abgang schmecken… wir schaffen es nicht, das nachzuprüfen.

Von Ziegen, Banyan-Feigen und Revolutionären

Guangzhou ist die Stadt der Ziegen. Die Karte für die Öffentlichen heißt Yang Cheng Tong 羊城通, also Ziegenstadt-Verbindung. Das Wahrzeichen ist ein Denkmal mit 5 Ziegen. Der Legende nach befreiten nämlich 5 Heilige, die auf 5 Ziegen auf die Erde kamen, die Stadt von einer Hungersnot.
Ebenfalls wichtig und allgegenwärtig sind hier die beeindruckenden Banyan-Feigen. Das sind ganz besondere Bäume, die auf anderen Bäumen wachsen und über die krassesten Wurzeln verfügen, die ich je gesehen habe. Es lohnt sich, die mal zu googlen. Hier sind sie so beliebt, dass sie sogar einen Tempel bekommen haben: den sechs-Banyan-Tempel, Liurong Si.
Außerdem ist hier ein äußerst revolutionärer Ort. Auf dem Weg hierher sind wir schon durch Zhongshan gefahren, Sun Yatsens Geburtsort. Hier in Guangzhou ist der große Revolutionär auch überall vertreten; heute waren wir bei seinem Denkmal im Yuexiu Park und in der Gedenkhalle, die für ihn gebaut wurde. Das Denkmal ist übrigens mit Ziegenköpfen verziert. Außerdem gibt es natürlich die Sun Yatsen Universität und darüber hinaus verschiedene Denkmäler für andere Revolutionäre und Wegbereiter der Republik – wir haben heute Wu Tingfangs (1. Außenminister der Republik und Diplomat) Grab besucht.

Was mich seit unserer Ankunft hier sehr überrascht hat, ist die Tatsache, dass auf einen Schlag nach der „Grenze“ zu Macau das Essen ganz anders ist. Ich muss nämlich ganz ehrlich sagen, dass ich als Vegetarier in Hongkong und Macau durchaus Schwierigkeiten hatte, was Gutes zu essen zu finden. Die Leute sind dort völlig ratlos, was sie dir geben sollen, wenn kein Fleisch oder Meeresfrüchte dabei sein sollen. Hier auf dem „Festland“ ist das, wie ich es aus dem Norden kenne, überhaupt kein Thema, da sowieso viele der Standardgerichte ohne Fleisch sind. Auch wird hier in Kanton, wie die Stadt im Westen genannt wird, deutlich mehr Chinesisch gesprochen als in Hongkong. Kantonesisch ist schon auch immer zu hören, allerdings nicht öfter als die Standardsprache.

Aufgrund der notorischen Zugticketengpässe in China haben sich übrigens unsere Pläne zwangsläufig geändert. Das mit Shanghai wird leider nichts; die Züge waren restlos ausverkauft und Stehplätze auf einer 20stündigen Zugfahrt wollten wir uns nicht antun. Wir bleiben also erstmal bei Chunhua in der Ziegenstadt.