10 000 ummauerte Karaokeaffen

Um nach dem Besuch des großen Buddhas noch etwas annähernd riesiges zu sehen, haben wir uns tags darauf für das Kloster der 10 000 Buddhas in den New Territories entschieden. Der Weg zum Kloster führt den Berg rauf – die Treppe ist rechts und links bereits von zig goldenen Buddhastatuen gesäumt, die zugegebenermaßen alle sehr seltsam und wenig würdevoll aussehen. Im Kloster gibt es zunächst einen großen, dicken, lachenden Buddha – außerdem noch einige andere Statuen. Und: Affen! Muki hat den ersten erst für eine große Katze gehalten, die dann aber erstaunlich flink den Baum hochklettern konnte. Dann haben wir auch die üblichen Verbotsschilder (beware of monkey, don`t feed the monkey) gesehen und dachten, dass es einen Klosteraffen gibt. Es war aber eine ganze Affenfamilie, die da zwischen den Bäumen und der öffentlichen Toilette hin- und hergeturnt ist. Interessanterweise sind die Äffchen immer wieder im Klohaus verschwunden…
Nach dem Klosterbesuch waren wir am Abend auf dem Temple Street Night Market ganz in der Nähe unseres Hostels. Dort kann man draußen sitzen und essen und außerdem ganz nett einkaufen. Beim Bummeln sind wir dann an mehreren Wahrsagern (von denen gibts viele in Hongkong!) und Karaokezelten vorbeigekommen. Die Karaokezelte waren alle direkt nebeneinander und „Zelt“ ist eigentlich auch schon sehr euphemistisch – das waren einfach aufgespannte Planen. Was ich sagen will: sowas wie Lärmisolierung war nicht vorhanden, sodass die jeweiligen Sänger lauthals gegeneinander angeplärrt haben. Interessanterweise kam nicht die gesamte Musik vom Band – in jedem Zelt war noch ein Typ am Keyboard, der scheinbar für musikalische Untermalung gesorgt hat. Die ganze Szene war sehr skurril.
Gestern war unser letzter ganzer Tag in Hongkong. Wir sind zum Kowloon Walled City Park gefahren. Dieser Park hat eine ganz interessante Geschichte: früher war das eine eigene kleine Stadt, umgeben von einer Mauer. Als England Ende des 19. Jahrhunderts zusätzlich zu Hongkong noch Kowloon und die New Territories pachten wollte, setzte China durch, dass die kleine ummauerte Stadt eigenständig bleiben sollte. Später dann diente die Stadt doch als Stützpunkt für England. Im Laufe des 20. Jahrhunderts bildete sich dann eine total enge, vollgebaute Stadt, die wohl eher Slums als Häuser hatte und extrem viele Menschen mehr schlecht als recht beherbergte. In den 80ern wurde dann entschieden, dass diese Slums abgerissen werden müssen und stattdessen ein Park in die Mauern gebaut werden soll. Und der ist wirklich schön geworden. Viele kleine und große Pavillons, Steingärten, Teiche, Bäche und auch ein Garten mit Statuen der Tierkreiszeichen (von denen gibts hier echt viele Darstellungen).

Heute haben wir gegen Mittag mit dem Katamaran Hongkong verlassen und sind jetzt in Macau, dem mediterranen Las Vegas Ostasiens.

4 Gedanken zu „10 000 ummauerte Karaokeaffen

    1. Jenseits des Zentrums sind wir leider nicht gewesen. Das mit dem Verkehrsmittel mieten ging nicht (s. Artikel von heute) und der Tag war auch so schon voll genug. Ich nehme an, dass du damals auf Coloane warst, einer der beiden Inseln, die zu Macau gehören. Wir waren gestern auf Taipa, da sind aber in erster Linie der Flughafen und der Katamaran-Hafen, die Uni, zwei Parks und eine Rennbahn. Auf Coloane gibt es wohl viel grün (wenn es nicht gerade ein gigantischer Golfplatz ist), aber so weit sind wir wie gesagt nicht gekommen, also weiß ich nicht genau, ob es noch so unberührt wie früher ist – irgendwie würde ich es aber bezweifeln. Macau selber ist total zugebaut, wenn man von den Parks absieht. Man kommt kaum ans Wasser…

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