Blauer Sonntag

Es wird hier immer wärmer. Mittlerweile blühen außer den Kirschbäumen auch schon die Magnolien, Forsythien und Ginster. Die Frühlingsblumen, die es in Deutschland immer gibt (Schneeglöckchen, Krokus usw.) gibt es hier dafür gar nicht. Jeden Tag hat man das Gefühl, dass es schon wieder grüner geworden ist. Die „Wiesen“ werden mit Rasensprengern nass gehalten, damit sie bald grün werden. Interessanterweise sind bis jetzt die traditionellen Sandstürme weitgehend ausgeblieben. Nur einmal war es richtig schlimm, ansonsten gibt es Wind ohne Sand. Und es ist warm!

Im Beihai-Park, wo wir am Donnerstag waren, war es noch ziemlich kalt – gestern und vor allem heute war es schon viel zu warm für Mantel und Schal. Nach dem gestrigen Altstadtbummel haben wir heute den Tiantan besucht. Es war bei dem Wetter natürlich zu erwarten, dass nicht nur wir auf die Idee kommen würden, aber durch die Größe des Park haben sich die Massen einigermaßen verteilt. Die zentralen Sehenswürdigkeiten (die Opferhalle, die Echomauer, der große Altar) waren natürlich überlaufen, die anderen Ecken dagegen waren sehr ruhig. In einem „Burggraben“ haben wir sieben Katzen gesehen, die scheinbar dort unten wohnen und auch verpflegt werden. Überhaupt gibt es zu meiner großen Freude viele Katzen in Beijing. Die Campuskatzen liegen immer in Grüppchen irgendwo in der Sonne, in den Tempeln und Parks sieht man auch oft welche. Sie scheinen niemandem direkt zu gehören, werden aber gefüttert und gehören so einfach dazu.

Als wir schon auf dem Weg nach draußen waren, haben wir noch etwas besonderes gesehen und gehört: Eine „Band“ bestehend aus zwei Trompetern, einem Saxophonisten, einer Pianistin und drei Percussionisten haben zusammen mit ihrem Dirigenten und schätzungsweise 200 erstaunlich gut singenden Passanten Lieder gespielt (s. Videos). Ein wirklich schönes Konzert!

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