Good Day Sunshine

In den letzten Tagen war hier nicht so wahnsinnig viel los. Montag bis Mittwoch habe ich viel gearbeitet; montags habe ich jetzt ja immer 8 Stunden Unterricht, das ist ganz schön anstrengend. Am Dienstag bin ich neuerdings im Philosophiekurs der Masterstudenten, das ist für mich selber sehr interessant. Anders als die Studenten im Bachelorstudiengang müssen die Masterstudenten in diesem Kurs selbst zu den einzelnen Themen Referate halten – es ist also ein klassisches Seminar, wenn man von einer deutschen Uni kommt. Die Referatskultur ist hier ja so gut wie gar nicht vorhanden, sodass ich wirklich überrascht war, als ich gesehen habe, dass in diesem Kurs großer Wert darauf gelegt wird. Das Referat am Dienstag ging über Karl Marx. Nach dem Philosophiekurs wurde ich noch gebeten, Teile eines Lehrbuchs, das neu aufgelegt werden soll, Korrektur zu lesen. Noch habe ich die Dateien nicht, aber wenn sie da sind, wird das noch mal ein Stück Arbeit. Abgesehen davon habe ich ja weiter meine 50 Übungsaufsätze pro Woche auf dem Tisch. So ist das als Deutschlehrer. 😉

Am Dienstag ist noch etwas großartiges passiert: Am Nachmittag wurde mir meine alte Waschmaschine wiedergebracht – und sie geht! Ich bin immer noch fassungslos. Zwar ist nach jedem Waschgang der ganze Badezimmerfußboden nass (der Schlauch, durch den das Wasser abgepumpt wird, scheint nicht ganz dicht zu sein), aber da die Luft hier extrem trocken ist, ist er, wie auch die Wäsche, ganz schnell wieder trocken.

Seit Sonntag ist hier Frühling. Jeden Tag scheint die Sonne, der Himmel ist strahlend blau und wolkenlos, es ist warm (bis jetzt 10-15°, am Wochenende sollen es 20° werden)… wirklich wunderbar. Für meinen heutigen freien Tag hatte ich eigentlich einen Ausflug geplant, der aber leider geplatzt ist. Das Museum, wo ich hinwollte, war zu. Und da ich leider noch relativ verschnupft bin, bin ich nach einem Spaziergang durch die Innenstadt wieder nach Hause gefahren.

Sonnige Grüße 🙂

2 Gedanken zu „Good Day Sunshine

  1. Die Masterstudenten sind wirklich gut! Das ist auch die Klasse, bei denen ich im Übersetzungsunterricht drin bin. Die lernen, Gespräche zu übersetzen. Zwar nicht simultan (das wäre etwas hart), aber trotzdem unmittelbar nachdem die Sprecher (das sind in der Regel die Lehrerin und ich) gesprochen haben. Das Referat war dementsprechend gut, allerdings – und das führt uns zur fehlenden Referatskultur zurück – vollständig abgelesen. Sowas ginge in Deutschland ja gar nicht, der Dozent würde sofort was sagen. Aber hier ist das in Ordnung. Ich versuche meine Klassen, die bei mir kleine Referate machen müssen, dazu zu erziehen, nicht alles abzulesen. Falls sie irgendwann mal in Deutschland studieren sollten, wird ihnen das von großem Wert sein…
    Ja, die Stadt ist riesig. Hier gibt es zwölfspurige Straßen. Aber sie gibt einem nicht das Gefühl, dort unterzugehen. Außerdem – solltest du wirklich mal nicht weiterwissen, ist überall jemand, der dir gern hilft und dir sagt, wo die nächste U-Bahnstation ist 😉
    Ich bin beim Korrigieren schon über kuriose Sätze gestoßen. Vielleicht mache ich irgendwann mal ein „Best of“. Aber es ist irgendwie ja auch fies… ich meine, die armen Leute müssen eine echt schwere Sprache lernen. Was mich am meisten amüsiert, sind eigentlich nicht die Grammatikfehler – viel interessanter sind die inhaltlichen. Im letzten Übungsaufsatz ging es um die Erforschung der „Raumfahrerkrankheit“ – und einer hat in seinem Aufsatz über „Kater“ und „Geräusche“ geschrieben.

  2. Hey Maya, hoffe du bist wieder gesund 🙂
    Wie ist denn so das Deutsch der Masterstudenten? Ich nehme an das Referat war auf Deutsch, kann man das gut verstehen?
    Und du machst so ganz allein Ausflüge? Ich glaub ich würd mich in der riesigen Stadt ziemlich verloren fühlen.
    Viel Spaß beim Korrigieren, falls du was witizges liest sag bescheid 🙂
    Matzi

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