Leben im Wohnheim

Da ich in Deutschland (abgesehen von Besuchen) Studentenwohnheime nicht kenne, ist es sehr interessant für mich, jetzt selbst in einem zu wohnen. Wie ich schon erwähnt habe, ist das Zimmer hier sehr großzügig, die Küche z.B. ist größer als meine in München und auch das Bad ist ziemlich groß. Ich habe allerdings auch die höchste Kategorie bekommen (B-Trakt), in A und C sind die Zimmer immer für zwei Studenten und haben keine eigene Küche und auch kein eigenes Bad. Dafür gibt es überall Waschräume und Gemeinschaftsküchen. In den Küchen stehen große Wassercontainer mit kochendem Wasser, wo sich jeder immer etwas abzapfen kann. Das Leitungswasser ist hier ja nach wie vor nicht einfach so genießbar. Für mich bedeutet das, dass ich mehrmals täglich mit einer Thermoskanne zum Wasserholen gehe. Von meinem Zimmer zur Gemeinschaftsküche muss ich durch das gesamte Stockwerk laufen, die Gemeinschaftsküche ist am anderen Ende. Auf diese Art sehe ich immer, was so los ist auf den anderen Gängen: Normalerweise steht vor fast jeder Tür ein Wäscheständer und ein Schuhregal und die Türen selbst sind von außen oft beklebt und dekoriert, sodass man sehen kann, wo die Leute herkommen und manchmal auch wie sie heißen oder was für Musik sie hören. À propos Musik: abends dröhnt aus vielen Zimmern echt laute Musik, teilweise bis richtig in die Nacht hinein, sodass es mir zweimal schon schwer fiel, zu etwas Schlaf zu kommen. Interessanterweise steigen diese Partys bis jetzt unter der Woche; jetzt am Wochenende war Totenstille. Es ist sehr hellhörig hier, das merkt man vor allem am Fernseher, der bei mir genauso laut ist wie bei den Leuten, die ihn eingeschaltet haben. Nach meinen Beobachtungen kommen die meisten der ausländischen Studenten aus Asien und Afrika, Europäer und Amerikaner sind seltener.

Gestern und vorgestern war hier bei mir Rummel wegen der Waschmaschine. Sie hat nach dem Waschgang das Wasser erst auf den Badezimmerfußboden und dann gar nicht mehr abgepumpt. Mehrere der Wohnheimangestellten kamen rein, keiner wusste, wie das Ding funktioniert und schließlich war man sich einig, dass es kaputt ist. Am Abend habe ich dann eine nagelneue Waschmaschine bekommen! Mal gucken, ob die läuft, getestet habe ich sie noch nicht 😉

4 Gedanken zu „Leben im Wohnheim

  1. Ja, ich hab „Pans Labyrinth“, den können wir gern gucken, wenn ich wieder da bin. Und die BBC-Dokus! Die vermisse ich schon.
    Mein Weg zur Uni dauert 5 Minuten zu Fuß. Wenn ich im Erdgeschoss unterrichte (was fast immer der Fall ist), gehe ich 10 Minuten vor Beginn los. Wenn ich in die Bibliothek muss, plane ich nochmal 5-10 Minuten Anstehen beim Aufzug ein (die Abteilung ist im 9. Stock). Es ist also kein Problem, ganz früh und ganz spät Unterricht zu haben 😉
    Mir wurde für die nächste Woche noch eine Sitzung reingedrückt; ich werde am Dienstag im Philosophiekurs des Professors der Abteilung hospitieren. Da muss ich aber nichts machen, insofern kein Problem. Nur ist der Kurs leider um 8 Uhr 🙁 Aber keine Sorge, ich werde schon noch Freizeit haben. 🙂
    Die Studenten hier sind wirklich nicht mit deutschen Schülern zu vergleichen. Keine Null-Bock-Kinder, zum Glück! Ich würde niemals eine Job ausüben, wo ich gegen so eine Meute ankämpfen muss. Erstmal sind es ja Studenten, d.h. mindestens 18 Jahre alt und keine pubertierenden Mittelstufenschüler. Außerdem hat der Lehrer in China angenehmerweise noch immer eine hohe Stellung, wird geschätzt und geachtet. Das Arbeitsklima ist also wunderbar. Die Studenten sind oft nicht so lebhaft wie in Deutschland, d.h. du musst sie aufrufen, damit sie was sagen, aber das ist ja kein Problem. Ich kann mich wirklich in keinster Weise beklagen 🙂

  2. Ne den Film kenn ich nich. Falls du den hast können wir ihn ja mal schauen 🙂
    Das klingt ja schon nach ordentlich Arbeit, hast du es denn weit bis zur Uni? Wenn ja is Mittwoch ja auch scheiße, einmal ganz in der Früh und einmal am Abend.
    Und sagen würd ich bestimmt nix wenn du auch mal weniger zu tun hast, ich mein sonst hast du ja gar keine Ferien; will sagen: überanstreng dich nicht.
    Der Michi ist zur Zeit am WHG fürn Paar Wochen und beschwert sich weil er ganz viel beim Pomp eingeteilt ist. Wenn du also mal keine Lust hast machs wie der und unterhalte dich nur mit der ersten Reihe^^
    Ach da fällt mir ein: Sind deine Schüler sehr viel anders als in Deutschland oder gibts auch bei dir welche die keinen Bock haben bzw. bei denen man die Motivation nicht merkt?
    Uh und der Wagener is nicht mehr am WHG, Cherveny sowieso nicht mehr. Falls wir das mitm Wagener nicht schon mal erzählt haben/du das noch nicht weißt, der hat sich glaub mitm Direktor überworfen weil sie unterschiedliche Vorstellungen u.a. vom Chor und der Band hatten.
    Hach die alten Tage…
    Wünsch dir viel Spaß beim Unterricht vorbereiten und halten 🙂

  3. Hey, das war nicht ich mit der Maschine! 😉 Ich hab mir sogar die Mühe gemacht, vorher alle Knöpfe und Programme durchzulesen und dann alles genau einzustellen. Außerdem kam ja sonst auch keiner mit dem Ding klar… 😉
    Ich muss sagen, die anderen hier im Wohnheim sehe ich wenn dann im Flur und auch das nicht oft. Die sind ja den ganzen Tag im Unterricht und ich mache meine Arbeit… bis jetzt hat sich da nichts ergeben. Aber wir werden sehen, ich bin ja auch erst eine Woche da.
    Das mit meinem Unterricht ist eigentlich ganz gut eingeteilt, ich habe schon mehrere Stundenplanänderungen gehabt, aber jetzt scheint er erstmal zu bleiben, wie er ist: Montag 8-12h, 14-15.40h und 18.30-20.10h (der härteste Tag!), Dienstag 14-16h Lehrersitzung, Mittwoch 8-9.40h und 18.30-20.10h. Die anderen Tage habe ich frei. Allerdings darf man nicht vergessen, dass ich den Unterricht immer vorbereiten muss und außerdem ab dieser Woche auch noch 50 Aufsätze pro Woche korrigieren muss. Zu tun gibt es also immer was 🙂
    Dieser schräge Gott sieht so aus wie diese eine Kreatur in „Pans Labyrinth“, kennst du den Film?

  4. Mensch Maya, kaum ne Woche da und schon die Einrichtung demolieren. Deswegen steht bei dir in München keine Waschmaschine xD
    Hast du dich schon mit ein paar Leuten aus dem Wohnheim angefreundet oder ist die Kommunikation eher schwierig?
    Fotos sehen cool aus, du scheinst ja doch schon auch Zeit für Besichtigungen zu haben. Bleibt das so oder bekommst du im Laufe der Zeit noch deutlich mehr zu tun? Ich glaub ich würd mir den Gott mit den Händen im Kopf nicht ins Zimmer stellen, der schaut ja schon sehr creepy aus^^

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